Montag, 10. September 2012

Die emotionale Maschine Mensch - Auch Personaler sind nur Menschen

Dies wird eine mehrteilige Reihe, in der ich anhand von bsp. erklären will, in wie weit viele Dinge, die wir alltäglich tun, von unseren emotionalen Bedürfnissen geleitet werden. Das wir nicht rational handeln, und uns Soziale Konventionen prägen.

In diesem Artikel geht es mal um die Personaler.
Sie werden zwar geschult, so sachlich, und Objektiv wie möglich bei der Auswahl von Mitarbeitern vor zu gehen, aber Schulung reicht da nicht.
Auch sie sind nur Menschen, und haben ihre Vorurteile..
Niemand ist davon frei, auch wenn das viele Denken, mich eingeschlossen, und würde Lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Vorurteile und Klischees im Kopf hätte. Und so ist es auch bei der Personalfindung.


Am 24.08 erschien auf Scinexx folgender Artikel
Studie zeigt: Selbst ausgebildete Personaler reagieren auf Fotos von dicken Bewerbern negativ
http://g-o.de/wissen-aktuell-15072-2012-08-24.html


Dies ist kein Vorwurf an die Personalabteilungen, sondern eher eine gesellschaftliche Konvention. In der Werbung, in den Medien wird ja nur einem Ideal hinter her gerannt. Schlank ist Gut, Dick ist Schlecht.
Das dann auch Personaler entsprechend negativ auf Fotos von dicken Bewerbern reagieren, und sie dann auch in den Fähigkeiten niedriger Einschätzen, ein Resultat einer fehlgeleiteten Gesellschaftlichen Norm.



Das das aber nicht nur auf das Dick sein zutrifft, zeigte eine weitere Studie.
Bei der Recherche zu Werbepsychologie hatte ich auch den Blog Neuroscience meets Marketing gefunden, und mal drin rum gelesen.
Dort wurde auch eine Studie besprochen, die ziemlich witzig ist.

Priming in Bestform (7) oder kann ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk klüger machen als ein Glas Pinot Noir?
http://neuromarket.wordpress.com/2012/08/23/priming-in-bestform-7-oder-kann-ein-koffeinhaltiges-erfrischungsgetrank-kluger-machen-als-ein-glas-pinot-noir/


In dem Fall geht es darum, dass schon Bilder, die un mit einem Glas Wein zeigen, sich negativ bei unseren Bewerbungsaussichten niederschlagen können. Und dabei ist es ziemlich egal, ob wir dabei nüchtern sind. Das hat den simplen Grund das Alkohol mit kognitiver Beeinträchtigung assoziiert wird. Und wir damit natürlich auch weniger Intelligent wirken, als wenn wir einen Kaffee, oder eine Brille auf der Nase hätten. Das Brillen uns Intelligenter erscheinen lassen, als wir in Wirklichkeit sind, stimmt übrigens auch. Wir neigen nämlich, ähnlich im Fall des Weinglases dazu, Brillenträger mit Lesen, und damit Bildung zu assozieren. Interessant oder?


Ein weiteres Beispiel, ebenfalls dort zu finden, aber nur bedingt passend zu Personalern, ist folgendes.

Wieso Fleisch für Machos und Gemüse für Schwächlinge ist
http://neuromarket.wordpress.com/2012/06/12/wieso-fleisch-fur-machos-und-gemuse-fur-schwachlinge-ist/


Dort wurde gefragt, was  "männliche" und was "weibliche" Produkte sind.
Schokolade stand dabei an 1. Stelle bei weiblichen Produkten.
Warum? Schokolade ist süß, und sinnlich. Alles Dinge die wir mit Frauen gleichsetzen. Wir assoziieren aber Schokolade auch mit Zucker, und Dickmachern.
Es gibt ja nicht umsonst den Spruch.
a moment on the lips ... a lifetime on the hips ...
Und so schließe auch den Artikel.

Wir merken uns also:
Personaler sind auch nur Menschen.
Und die Klischees und Sterotypen finden wir auch bei Ihnen.
Vielleicht ein Grund mehr, zumindest über Anonymisierte Bewerbungen nach zu denken, um somit die erste Hürde Chancengerechter zu machen.

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