Mittwoch, 26. September 2012

Asoziationsmaschiene Mensch - Bilder sagen mehr als tausend Worte

Durch einen Artikel in Medicalexpress wurde ich auf eine Studie aufmerksam, die im Open Access Journal PLOS veröffentlich wurde.

"Perspective Distortion from Interpersonal Distance Is an Implicit Visual Cue for Social Judgments of Faces"
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0045301

Wer diesen Blog schon länger kennt, weiß ja, dass ich schon einige Beiträge zu dem Thema hatte. In verschiedenen Studien wurde ja gezeigt, dass man Menschen aufgrund von Fotos unterschiedlich einschätzt. Dort laufen viele unbewusste Asoziationsketten, bzw sterotypische Prägung ab. Sei es nun ein Weinglas, eine Brille, die Haarfarbe, der Gesichtsausdruck (lächeln wirkt sympathischer, während Stirnrunzel ehr weniger attraktiv macht), das Geschlecht usw. usf.
Was ich an der Studie wiederum faszinierend finde, dass schon die Perspektive, einen gravierenden Einfluss hat.

Nahaufnahmen lassen uns weniger kompetent und weniger attraktiv erscheinen, als Bilder von uns, die uns aus einer gewissen Entfernung zeigen.
Ihr könnt den Selbstversuch mal auf der Seite von Medicalexpress machen.
"Study shows that the distance at which facial photos are taken influences perception"
http://medicalxpress.com/news/2012-09-distance-facial-photos-perception.html

Mich hat das ganze Selbst überrascht, als ich es tat.
Auch bei mir stellte ich fest, dass ich das Bild von weiten besser fand, während mir die Nahperspektive eher ängstigte.
Die Person rückte mir da für meinen Geschmack zu nah auf die Pelle. Und im Endeffekt stellte ich nur Fest, dass wenn mir ein Fremder, und sei es nur auf dem Bild zu nahe kommt, ich in Abwehrhaltung gehe.
Das das nicht untypisch ist, zeigt sich anhand mehrerer weiterer Studien.


In dem Blog hier
"Don’t stand so close to me in line."
http://www.relativelyinteresting.com/dont-stand-so-close-to-me-in-line/


bzw. hier
http://www.spring.org.uk/2007/06/dont-stand-so-close-to-me.php
beschrieben.

Ist die Frage, hat es mit diesem Gefühl zu tun, dass uns solche Bilder weniger kompentent, bzw weniger attraktive, sogar eher negativ stimmen?
Mensch, so sozial wir auch nicht, brauchen auch unseren Platz/Freiraum.
Und wir achten sehr darauf, wen wir in diesen hineinlassen.

Dennoch faszinierend, dass selbst solche minimalen Persepktivunterschiede, so einen emotionalen Einfluss auf uns haben.

Keine Kommentare:

Kommentar posten