Dienstag, 16. Oktober 2012

Blogparade Austerität - Warum uns Perspektivlosigkeit krank macht

Ich hatte ja schon öfter über Austerität geschrieben und daher ist es dann auch nicht verwunderlich, dass ich dann dem Aufruf von Wirtschaftsphilosoph folge, wenn er eine Blogparade zu dem Thema Ist Austeritätspolitik sinnvoll? macht.

Im Mai hatte ich ja schon einen Gastbeitrag bei Blicklog zu dem Thema veröffentlicht.
"Stress, Psychologie und Austerität: Oder warum die Politik schon am Menschen scheitert"
http://www.blicklog.com/2012/05/24/stress-psychologie-und-austeritt-oder-warum-die-politik-schon-am-menschen-scheitert/
Desweiteren hatte ich auch hier im Blog mit dem Artikel geschrieben:
"Homo Soziales im Spannungsfeld des Lebens - Arbeit, Stress, und Soziale Bindungen"
http://malkurznachgedacht.blogspot.de/2012/09/homo-soziales-im-spannungsfeld-des.html

So ist es nicht verwunderlich, dass ich Austerität als nicht gerade Sinnvoll betrachte.
Es verschließt die Augen vor den Bedrüfnissen des Menschen als Individum, und betrachtet die Volkwirtschaft nur als eine Maschine, wo man ein paar Rädchen bewegen muss, und dann ist alles gut. Nur so funktionieren wir Menschen, und eine Volkswirtschaft ist nichts anderes, als eine Ansammlung von Menschen, nun mal nicht. Wir haben Träume, Sehnsüchte, Soziale Beziehungen, wollen einen Platz in der Gesellschaft, ja eine Aufgabe haben. Das die Politik das nicht im Blick hat, ist das eigentlich erschreckende.
50% aller Jugendlichen in Südeuropa haben keinen Job. Eine ganze Generation wird da gerade durch eine Politik verheizt, und in die Perspektivlosigkeit getrieben. Und dann fragt man allen ernstes ob es Sinnvoll ist?
Wer dann auch weiß, dass Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Zukunftsängste, oder Geldsorgen die Hauptgründe für psychlogische Krankheiten, wie Depressionen sind, sollte sich dann vergängenwertigen, dass damit die Menschen in den Selbstmord getrieben werden.
"Steigende Selbstmordraten  
Wenn die Krise tötet"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/selbstmord-durch-wirtschaftskrise-die-zahlen-steigen-a-827618.html

Als jemand der selbst an Depressionen leidet, kann ich auch nur erahnen, wie es dennen in Südeuropa gerade geht. Und ich weiß, dass Depression einen kaput macht. Man zieht sich zurück, lebt in den Tag, weil man nicht weiß, was der morgige Tag bringen wird. Anstelle das man jeden Tag als Geschenk betrachtet, und damit neue Möglichkeiten sieht, vegitiert man nur, weil man die Chancen nicht mehr wahrnimmt. Gerade in solchen Situationen nimmt man Kritik nicht mehr als Kritik, als Anregung wahr, sondern nimmt es noch persönlicher.

Und wir Menschen können schon im normalen Zustand selten mit Kritik umgehen.
 "Warum wir es persönlich nehmen"
http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/warum_wir_es_persoenlich_nehmen/
Und die leute dort im Süden haben schon damit genug zu tun, den nächsten Tag zu überstehen, weil sie kein Geld haben, keinen Job, und keine Persepktive.
Ist es da nicht verständlich, dass sie sich nun zur Wehr setzen?
"Sparhaushalt macht Portugal zum Hexenkessel"
http://www.heise.de/tp/blogs/8/152993

Was sie da jetzt brauchen, sind Jobs und Persepktiven.
Die Austerität kann das nicht erreichen.  Sie macht die Lage nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich immer instabiler, wie ich in dem Beitrag
"Marktversagen bei Instabilen Wirtschaftsumfeld?"
http://www.malkurznachgedacht.blogspot.de/2012/09/schnelles-denken-langsames-denken_2138.html
hingewiesen habe. Solange die Austeritätpolitik anhält, wird zwangsweise auch die Bankenkrise anhalten. Denn mit jedem der Arbeitslos wird, gehen auch Kredite in schieflage, was Abschreibungen, und Bankenprobleme nach sich zieht. Diese führen wiederrum zu mehr Restritikionen bei der Kreditvergabe, und einem schrumpfenden BIP, was dann wiederum zu höherer Verschuldung führt..
"VWL Größen - Oder warum man Durchschnitt kristisch sehen muss"
http://www.malkurznachgedacht.blogspot.de/2012/10/vwl-groen-oder-warum-man-durchschnitt.html

Alles in allem ist die Politik sinnfrei, und wird es aus den oben genannten Gründen nicht schaffen, die Krise zu lösen, sondern kann sie nur verschärfen.
Wir können vielleicht glauben, dass sie wirkt, aber glauben hat da mit der Realität nicht viel zu tun, und gerade wenn man dabei den Menschen ausblendet. Den der Mensch macht mit seinen Ideen und Möglichkeiten die Wirtschaft. Das sollte man bei den ganzen Zahlenspielen nie aus dem Blick verlieren..


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