Freitag, 7. September 2012

Risiko und Komplexität - Warum einfach, einfach besser ist

Am Mittwoch wurde ich zum ersten mal auf den Redebeitrag von Andrew G Haldane in TP aufmerksam. In dem Artikel

Das Verhindern von Finanzkrisen ähnelt dem Fangen eines Frisbees
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37566/1.html

wird beschrieben, was er auf der Konferenz der Notenbänker sagte.
Seine Rede kann man hier  http://www.kansascityfed.org/publicat/sympos/2012/ah.pdf  in voller Länge nachlesen.
Heute nun, wurde ich dank  Ralf Keuper, auf einen weiteren Artikel, diesmal im Blog des Tagesanzeigers, aufmerkam gemacht.

Du sollst nicht stehlen
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/9613/du-sollst-nicht-toten/

Seine Ideen sind durchaus interessant.
Der Mensch ist idr eigentlich Meister darin, in einem komplexen und unsicheren Umfeld Entscheidungen zu treffen. Nur geht er dabei weniger wie das Risikomanagment einer Bank damit um, sondern mehr wie der Hund und der Frisbe, auf die Haldane da anspielt. Menschen brauchen nicht alle Parameter kennen, sondern greifen idr auf ähnliche Tricks zurück, wie der Hund. Kahnemann hat das in dem Buch ja als WYSIATI (What you see is all there is) oder auf Deutsch: Was man weiß, zählt, bezeichnet. Es ist verrückt, aber mit dieser einfachen Denke, kann man selbst in einem komplexen System, durchaus die richtigen Entscheidungen treffen. Sicherlich unterlaufen uns dabei auch Fehler, und Kahnemann hatte ein Heiden Spaß, diese Fehler, auch aufzuzeigen. Dennoch sagte er, das wir uns in den meisten Fälle, auf unsere Intuition verlassen können.
Mal angenommen, wir würden wirklich alle Parameter und zukünftigen Risiken wirklich voll und ganz einschätzen können, glaubt dann wirklich einer, dass wir noch Entscheidungen treffen würden? Würden wir den noch für die Tür gehen? Würden wir Kinder in die Welt setzen? Wirklich mal realistisch betrachtet, würden wir idr das Leben einstellen. Den das Leben ist Risiko, oder wie der schöne Spruch sagt:
Das Leben ist Lebensgefährlich, und endet 100%ig mit dem Tod!
Von daher ist es auch irrealevant für unsere Entscheidung, ob wir ein Haus bauen, ob wir überblicken können, ob wir in den nächsten 5 Jahren Arbeitslos werden. Wir können es nicht vorher sehen. Aber wir wissen, dass wir jetzt Arbeit haben, und es uns Leisten können. Genau sowenig kann eine Bank das Risiko der nächsten 5 Jahre Kalkulieren, ob meine Hypothek platzt oder nicht. Alle Prognosen, und Kalkulationen sind höchstens Wahrscheinlichkeiten und Näherungen. Dem muss man sich bewusst sein. Eine seriöse Glaskugel gibt es nicht!
Welche Bank, egal wie gut das Risikomanagment auch immer funktioniert, kann in einer solchen Instabilen, und chaostischen Situation, wie wir sie in Europa, bzw Global  derzeit haben, auch nur die nächsten 6 Monate vorher sehen?
Und das hatte ich auch in dem Artikel beschrieben:

Schnelles Denken, langsames Denken
Marktversagen bei Instabilen Wirtschaftsumfeld?
http://malkurznachgedacht.blogspot.de/2012/09/schnelles-denken-langsames-denken_2138.html

Von daher sind die Forderungen, die Haldane aufstellt, auch so einfach, wie Brillant.
Er macht sich das zu eigen, was Kahnemann auch beschrieben hat,das WYSIATI-Prinzip. Mit einfachen Regeln, einer harten Eigenkapitalquote, und dem herausnehmen der Komplexen Finanzinstrumente, in dem man die Komplexität der Produkte besteuert, schafft man nicht nur sehr stabile Banken, sondern man schafft es auch, die aufgeblasenen Finanzmärkte zurück zu führen, die nur deshalb so aufgeblasen sind, weil man annahm, dass man sich gegen alles Absichern kann, und das Risiko nur verteilen muss. Die größten Probleme der Banken, sind die vielen Versicherungen, die Risiken absichern sollen, aber vom Prinzip nur dazu führten, dass sich die Märkte aufblähten, und nun instabiler sind, als je zu vor. Wir müsen nicht alles berechnen, und versichern, aber wir müssen in der Lage sein, zu reagieren. Die Banken, wenn sie eine EK wie in den 50-60iger hatten, wäre nie in Schieflage geraten, und hätten auch nie vom Staat gerettet werden müssen. Aber sie hätte auch nie die Größe erreicht. Je mehr EK eine Bank vorhalten muss, desto weniger kann sie natürlich Kredite usw ausgeben. Und hier fängt dann die eigentliche Debatte an, was für ein Finanzsystem und Banken wir eigentlich wollen..

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