Sonntag, 23. September 2012

Emotionen und Gruppendynamik

Heute hatte ich das Vergnügen Gruppendynamik und Emotion mal in Action zu erleben. Sei es bei anderen, und auch bei mir. Das war schon interessant. Eines der Erfolge meiner Therapie war ja, dass ich nun Emotionen mehr zulasse. In dem Fall schien es mir zwar ein Nachteil, aber im Endeffekt, auch wieder nicht. Emotionen sind Teil des Menschen, und so auch Teil von mir. Das uns die Emotionen aber auch im Weg stehen können, konnte man deutich sehen. Für jemanden, der sonst eigentlich Ruhig ist, und vieles eher nüchtern hinterfragt, war es aber schon ein Erlebnis.

Witzig für mich in dem Zusammenhang war die Feststellung, dass mich Leute, die mich garnicht kannten, und dort nur live erlebten, mich wohl als einen aufbrausenden Menschen kennen gelernt haben dürften, und so war eine Frage an mich natürlich, wie ich den mit dem Verhalten im Vorstand vernüftig arbeiten will. Man hätte auch die Gegenfrage stellen können, ob ihr da einen Roboter, oder einen Menschen haben wollt? Aber zu der Antwort war ich auf Grund der Emotionen garnicht in der Lage. Ich habe auch gemerkt, wielange ich brauchte, um von dem emotionalen Rausch wieder runter zu kommen. Hätte ich dem Moment Egoshotter gespielt, wäre ich bestimmt ein 4 Sec. Respawner, aber kein Gegener.
ich habe eh schon gemerkt, dass ich bei starken Emotionen eigentlich noch schlechter spiele, als ich es ohne hin schon tue. Emotionen behindern mich in so einem Moment, da ich dann zu überschwanungshandelungen neige, und daher eine leichte Beute bin. Aber nun genug der Selbstanalyse, sondern zu dem Fall von Gruppendynamik.

Rudelbildung war diesmal wohl das tragende Element.
Man sah eine herrlich klare Trennlinie zwischen den beiden unversöhnlichen Gruppen. und mit jeder Abstimmung, wurde die Situation verfahrener.
Warum kam es zu der Härte?
Jede der beiden Gruppen beharrte auf ihr Recht, und die eine Gruppe war Zahlenmäßig auch größer als die Andere.
Böse wurde das ganze, wenn man bedenkt, dass es auch um sachliche Themen ging, die dabei zum Opfer der Lagerkämpfe wurden.
Hätte man die Sache entschärfen können?
Anfangs vielleicht, aber je mehr Abstimmungen es gab, desto schwerer wurde ein Gegensteuern. Das schlimme, ich glaube kaum, dass beide Seiten die Esklation wollten. Ich habe sie idr so kennengelernt, dass man mit Ihnen allen vernüftig reden kann. Von ausnahmen vielleicht abgesehen, sind alle durchaus Vernuftmenschen. Nur in dem Moment, und in der Anspannung war es einfach nicht zu machen. "Wir gegen die Anderen" Das Schlimme für mich in solchen Momenten, dass es in dem Fall, bzw, nie in solchen Fällen einen Sieger gibt. Die Wunden, die geschlagen wurden, werden lange brauchen ehe sie heilen. Und selbst wenn sich die eine Seite heute noch als Sieger sieht, ist es höchstens ein Pyrussieg. Den man muss ja einen neuen Punkt finden, wo man wieder mal aufeinander zu geht. Und das wird nach dem heutigen Tag sehr schwer..

Beide Seite sollten erstmal die Wunden lecken, und dann vielleicht wirklich mal mit einander reden. Teilweise dürfte es dafür aber schon zu spät zu sein. Aber das wird die Zukunft zeigen. Ich fand das ganze Spannend, und erschreckend zu gleich.
Den mit vernuftbegaten Wesen hatte das nicht mehr viel zu tun. Menschen, Gruppen in einem emotionalen Rausch sind einfach nicht zu bremsen.
Aber sollten sie es auch? Macht uns das nicht auch zum Menschen?

Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten..

Kommentare:

  1. Mich langweilen Menschen, die gleichbleibend ruhig, ja fast monoton ihre Kommunikation leben. Ich liebe Menschen, die Emotionen zeigen, ihre Sachargumente mimisch und leidenschaftlich vertreten...ich nehme sie besser wahr.
    Wahrnehmung ist subjektiv. Bei all meiner subjektiven Wahrnehmung sollte mein Gegenüber seine Authentizität nicht verlieren.
    Wobei, auch hier muss ich meine Aussage wieder einschränken...Verlogenheit, die zur Authentizität eines Menschen gehört, sollte bei "Abschaffung" nicht als Verlust eingestuft werden. Mathias, dich empfand ich als sehr glaubwürdig; viele Andere am gestrigen Tag wirkten auf mich verlogen. Lügner können langfristig keine Siege davontragen, denn wer lügt, betrügt auch sich selbst und ist sein größter Feind.
    LG Gaby

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  2. Früher hätte ich dich eher gelangweilt. ;)
    Habe da immer versucht die Ruhe zu bewahren, und konnte das selbst in unglaublichen Stress und Streitsituationen.
    Heute geht das gott sei dank nicht mehr. Aber das macht die Sache, wie man gestern sah, auch nicht viel einfacher. Gestern war die Situation da sehr verbissen, und auch der Graben wurde Sichtbar. Ich bin sehr gespannt, wie der neue Vorstand die Aufgabe bewältigen will, die sie sich selbst eingebrockt haben. Ich lass mich da überraschen, bzw werde das genau beobachen..

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  3. Nun, ich denke, dass du am gestrigen Tag auch ohne emotionalen "Ausbruch" nicht in den Vorstand gewählt worden wärst. Gegen abgekarterte Spiele haben aufrichtige Demokraten selten eine Chance...leider.

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  4. Meine Wahl war da nicht mehr von Belang, und hatte eh schon überlegt meine kandidatur zurück zu ziehen. Von daher bin ich über den Ausgang der Wahl auch nicht wirklich traurig. Ich finde es nur Schade, dass man die Chance auf einen ausgeglichenen Vorstand so verpast hat, der beide Lager versöhnt. So ist der Graben noch tiefer, und im Endeffekt hat keine Seite was davon. Eben ein Pyrussieg, auch wenn das Roni nicht verstehen wird. Er denkt das er der Sieger ist, weil er aber auch die Problematik nicht versteht..

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